Ethik

Inhaltliche Konzeption

In Sachsen-Anhalt ist das gesamte Feld der Philosophie Gegenstand des Unterrichtsfaches Ethik. Insofern ist die Bezeichnung „Ethik“ für dieses Fach streng genommen zu eng.

Immanuel KANT (1724 - 1804) hat vier Fragen formuliert, denen sich bis heute sämtliche philosophischen Problemstellungen zuordnen lassen:

  1. 1.Was kann ich wissen?
  2. 2.Was soll ich tun? (Ethik im engeren Sinn)
  3. 3.Was darf ich hoffen?
  4. 4.Was ist der Mensch?

Im Ethikunterricht „philosophieren“ die Schüler – auf jeweils ihrem Alter entsprechendem Niveau – über diese Fragestellungen. Dabei werden Themen behandelt, wie beispielsweise:

  • Streit, Gewalt und Toleranz
  • Liebe und Freundschaft
  • Familie
  • Armut und Reichtum
  • Christentum, Judentum, Islam
  • Sekten
  • Sterben und Tod
  • Glück
  • Medienkonsum
  • Sucht und Drogen
  • Mensch, Natur und Technik
  • Verantwortung der Wissenschaft
  • Menschenrechte

Ziel des Ethikunterrichts

Demokratie basiert auf der Anerkennung der Freiheit und Gleichwertigkeit aller Menschen. Es ist Anliegen des Ethikunterrichts die Werte der Demokratie aufzuzeigen und zu festigen. In einer weltoffenen und pluralen Gesellschaft, wie der unseren, sind diese Werte und Normen vielfältig. Anders als ein konfessioneller Religionsunterricht wird hierbei keine weltanschauliche Position bevorzugt. Vorrangiges Ziel ist deshalb die Stärkung der persönlichen Urteilskraft.

„Der Ethikunterricht bemüht sich also um das praktische Urteilsvermögen, wie es in der philosophischen Tradition u.a. ARISTOTELES und KANT bestimmt haben. Er erzieht weder unmittelbar zur sittlichen Tugend, noch gibt er sich mit reiner Wissensvermittlung zufrieden. Sein Ziel besteht vielmehr in der Kompetenz, über grundsätzliche und aktuelle sittliche Probleme nachzudenken und auf der Grundlage einer geklärten Begrifflichkeit, sachhaltiger Informationen und argumentativ ausgewiesener ethischer Grundsätze Urteils- und Lösungsvorschläge zu erarbeiten.“ [Rahmenrichtlinien Gymnasium: Ethikunterricht Schuljahrgänge 5 – 12]

Mit anderen Worten: Durch den Ethikunterricht erhalten wir nicht automatisch bessere Menschen. Die Schüler erhalten jedoch das Rüstzeug, um relevante Sachverhalte (in Familie und Gesellschaft) und ihr eigenes Tun selbstständig zu beurteilen.

Schulorganisatorische Einbindung des Ethikunterrichtes

In den Schuljahrgängen 5 bis 12 ist Ethik Wahlpflichtfach, das alternativ zu Religion unterrichtet wird.

Es besteht die Möglichkeit eine mündliche Abiturprüfung in Ethik abzulegen.

Weblinks

Rahmenrichtlinien          http://www.rahmenrichtlinien.bildung-lsa.de/faecher/ethik.html