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Sachsen- Anhalt


 

         

               

 

Theateraufführung "Faust to go"

Rezension „Faust to go“


„Das also war des Pudels Kern.“ So heißt es bekannterweise in Goethes Lebenswerk „Faust“, welches die Theaterlandschafft e.V. aus Friedrichsbrunn/Harz in einer eigenen Inszenierung unter dem Titel „Faust to go“ präsentierte. Die Theaterlandschafft e.v. ist ein Netzwerk von Künstlern unterschiedlichster Sparten, wobei in der Inszenierung “Faust” zwei Schauspieler, ein Mann und eine Frau, ihr Talent darboten. Mit wenigen Mitteln wurde ein Bühnenbild hergestellt, welches sehr viel Liebe zum Detail zeigte, denn es stellte ein Haus aus Büchern dar, welches perfekt in die Atmosphäre passte. Eine große Rolle spielten auch Licht- und Toneffekte, die das Stück unterstützten und lebhafter wirken ließ. Da nur zwei Schauspieler spielten, wurden bestimmte Rollen als Doppelrolle besetzt, so wurde der Teufel Mephisto und Gretchen von derselben Person gespielt, wobei die Wechsel stets professionell und nicht chaotisch wirkten. Auch kamen Puppen zum Einsatz, die von den Schauspielern selbst gesprochen wurden und das Problem der wenigen Schauspieler behoben, wobei sie gut in den Rahmen passten. Das Schauspiel dauerte ca. 1,5 Stunden, daher auch der selbst gewählte Titel „Faust to go“, denn das Original wurde stark gekürzt und abgewandelt, wobei inhaltlich fast ausschließlich der Konflikt um Faust, Mephisto und Gretchen behandelt wurde. Meiner Meinung nach war die schauspielerische Leistung grandios, denn die Akteure haben perfekt miteinander harmoniert. Auch die Versform, in der Faust zum größten Teil verfasst ist, wurde beibehalten und sorgte für eine angehnehme und authentische Atmosphäre, die passend für die Zeit, in der das Drama spielt, ist. Allerdings wurde diese Atmosphäre von modernen Einlagen unterbrochen, beispielsweise wurde ein Papp-MacBook der Firma Apple und ein E-Gitarren Solo sowie ein Rap-Song eingebaut. Ich finde, dass dies mit der eigentlichen Stimmung, die von der eigenen Interpretation geschaffen wurde, nicht harmonierte und es kippte meine persönliche Stimmung. Alles in allem gefiel mir diese Art von Goethes Faust jedoch sehr gut und auch wenn der Originaltext mir nicht bekannt ist, war es gut zu verstehen und man ließ sich schnell mit in das Geschehen ziehen.

Julia Kösterke, 10a