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Ein Rückblick auf eine längst vergangene Zeit

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Um in die Vergangenheit unserer Eltern und Großeltern einzutauchen, sind wir, die Sozialkundekurse Klasse 10 und 11, in das ehemalige Grenzgebiet Marienborn gefahren, welches das größte Zollgebiet Europas war.
Als wir gegen 10 Uhr ankamen, begann eine Führung für die zehnte und eine für die elfte Klasse. Unsere Führung startete auf dem zentralen Überwachungsturm, welcher noch so originalgetreu eingerichtet war, dass wir uns alle sehr gut vorstellen konnten, wie die Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit die Ein- und Ausreisenden von oben beobachteten. Als die Leiterin unserer Führung versuchte, uns unsere deutsch-historische Vergangenheit im Bezug auf das Dritte Reich und die SED-Diktatur zu verdeutlichen, hingen wir alle förmlich an ihren Lippen und konnten unseren Ohren einfach nicht trauen, als sie etwas zur Unterdrückungs- und Überwachungsmethodik der Stasi erzählte. Nachdem sie uns den Hintergrund dieses Gebietes nahegebracht hatte, gingen wir zu einem Posten der Ein- bzw. Ausreise und erfuhren viel über die Passkontrollen und Passüberprüfungen. Es gab auf dem Gelände ebenfalls eine Garage zur Überprüfung der Autos, welche uns sehr schockierte:
Die Autos wurden teilweise auseinandergebaut, um nach Schmuggelware oder illegalen Personen zu suchen. Danach mussten die Besitzer ihr Auto eigenhändig zusammenbauen und, wenn ihnen dies nicht gelang, mussten sie 200 D-Mark bezahlen, damit ein „Profi“ alles wieder zusammenschraubt.
Dies war für uns der Beweis dafür, dass die Menschen damals nach allen Regeln der Kunst ausgenommen wurden.
Als beide Führungen beendet waren, gab es für uns ein Zeitzeugengespräch mit einem Mann, der in Marienborn bei dem Versuch erwischt wurde, die DDR zu verlassen. Seine Geschichte ist das perfekte Beispiel für die Unterdrückungs- und Manipulationspolitik der „Sozialistische[n] Einheitspartei Deutschlands“ , denn nach seinem Fluchtversuch wurde er geradezu dazu gezwungen, der Stasi beizutreten, was ihm letztendlich nur Feinde und Kummer verschaffte, wie er berichtete.
Aber er ist an den Ort zurückgekehrt, an dem sein Schicksal bereits besiegelt war, um uns bewusst zu machen, dass die „Deutsche Demokratische Republik“ ein Unrechtsstaat war und dass wir dafür kämpfen sollen, niemals so psychisch und physisch eingesperrt zu werden wie die vorherige Generation. Alles, was wir an diesem Tag visuell und akustisch wahrgenommen haben, sollten wir gut im Gedächtnis behalten und davon weitererzählen, denn schon bald wird es für diese Vergangenheit Deutschlands keine Zeitzeugen mehr geben, die das System intensiv miterlebten. 
Ella Wachter (SK11)

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