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Hochschulmitarbeiter reparieren Mikroskope: Schüler haben wieder „Durchblick“ in Biologie

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„Der Zustand der 31 Mikroskope, die uns aus dem Gerhart-Hauptmann-Gymnasium erreicht haben, war teilweise nicht besonders gut, aber wir konnten fast alle wiederherstellen“, sagt Bernd Stackfleth, rückt seine Brille zurecht und schiebt ein kaputtes Teilchen unter sein Vergrößerungsglas. Der gelernte Mechaniker und studierte Maschinenbauer arbeitet im Physiklabor auf dem Wernigeröder Campus. Als sich das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium mit der Information bei der Hochschule Harz meldete, dass kaum noch Mikroskope einsatzfähig seien, war ihm und Laborleiter Prof. Dr. Johann Krauser sofort klar: „Da wollen wir helfen. Für Naturwissenschaften begeistern kann sich die nächste Generation ja nur, wenn sie schon früh mit eigenen Augen sieht, wie spannend das ist“, so die beiden Experten vom Fachbereich Automatisierung und Informatik. Mit dem Gerhart-Hauptmann-Gymnasium besteht eine der ältesten Schulkooperationen der Hochschule Harz. Beide Einrichtungen arbeiten seit vielen Jahren in unterschiedlichen Projekten eng zusammen. Bei Bedarf zählt dazu auch die Unterstützung des Schulunterrichts, diesmal durch das handwerkliche Geschick von Technik-Experten.

Der begeisterte Tüftler Bernd Stackfleth wusste schnell, dass er das „wieder hinbekommt“. Der Wernigeröder berichtet: „Ich habe in der vorlesungsfreien Zeit jede Chance für die Reparatur genutzt. Die Beleuchtung war bei allen Mikroskopen kaputt, erst im nächsten Schritt ging es darum, Probleme der Mechanik und Optik zu lösen.“ Die teilweise jahrzehntealten Geräte mussten komplett zerlegt, mit Wattestäbchen und Spezialmitteln entkeimt sowie entfettet, und anschließend wieder zusammengebaut werden.

Als nun kurz vor Semesterbeginn die letzten Mikroskope zurück ans Wernigeröder Gerhart-Hauptmann-Gymnasium gebracht wurden, war die Freude groß. „Wir sind sehr glücklich über diese Unterstützung. Die Reparatur war seit langem ein großes Problem. Herr Stackfleth hat die Mikroskope in mühevoller Kleinarbeit repariert und damit einen enormen Beitrag zur Absicherung unseres Biologieunterrichts geleistet“, betont Schulleiter Herbert Siedler. Auch Biologielehrerin Annette Lößner freut sich: „Unsere Schüler sind ganz begeistert. ‚Jetzt sehen wir ja wieder was‘ ist inzwischen stets der erste Kommentar beim Mikroskop-Einsatz.“

Vom Tüftel-Talent der beiden Hochschulmitarbeiter sollen bald noch mehr Menschen profitieren. Prof. Dr. Johann Krauser, Hochschullehrer für Physik und Elektrotechnik, setzt sich im Rahmen der „AG Nachhaltige Hochschule Harz“ auch dafür ein, Alternativen zur „Wegwerfkultur“ aufzuzeigen. „Am 28. Mai findet unser erstes ‚Repair Café‘ im Studentenhaus Malzmühle statt“, verrät der Nanotechnologie-Experte. Zum Auftakt werden er selbst und sein Kollege Bernd Stackfleth kaputte Geräte inspizieren und mit den Besitzern Reparaturmöglichkeiten besprechen. Beide hoffen, dass das „Repair Café“ mithilfe von Bastel-Begeisterten aus der Region langfristig etabliert werden kann.